Die Steige der Flatzer Wand

Die Flatzer Wand ist ein gut erschlossenes Klettergebiet mit Steigen in den Schwierigkeiten 0 bis C und über 200 Kletterrouten bis etwa zum Schwierigkeitsgrad 9.

Versicherte Klettersteige

Bei den versicherten Klettersteigen sowie unschwierigen Anstiegswegen handelt es sich - von Ost nach West - um:

  • Forststraße 0 (rot)
  • Wandsteig 0 (grün)
  • Riessteig 1- (orange)
  • Jubiläumssteig A (grün)
  • Fürststeig A- (rot)
  • Ternitzer Steig 0+ (gelb)
  • Lochsteig A/B, 1- (blau)
  • E60 C, 1- (unmarkiert)
  • Willi-Gottwald-Steig 0 (blau)
  • Wanderweg über die Kranzstetten 0 (grün)

 

Forststraße 0

Auf der Landesstraße zwischen Reith und Flatz zweigt etwa bei der Hälfte eine Forststraße ab; diese geht es hinauf bis zur zweiten Kehre. Dort verlässt die rote Markierung dieselbe und führt durch Wald am Rande der Hochfläche entlang bis zum Naturfreundehaus, wo nach und nach die anderen Steige einmünden.

Wandsteig 0

Der grün markierte, unschwierige Wandsteig führt von der hangquerenden Forststraße (Naturlehrpfad) durch steilen Föhrenwald auf die Hochfläche, vorbei an der blau markierten Abzweigung zum Langen Loch.

 

Riessteig 1-

Der Einstieg vom mit der ungewöhnlichen Farbe orange markierten Riessteig befindet sich ebenfalls an der hangquerenden Forststraße (Tafel). Über ungefährliches Schrofengelände gelangt man zuerst zu einer markanten, 3 m hohen Felsnadel, das ist der sogenannte Jausenstein. Weiter geht es über eine erdige - später felsigere - Rinne zum Ausstieg.

Schrofen am Riessteig
Schrofen am Riessteig
Der Jausenstein
Der Jausenstein

Jubiläumssteig A

Über einen anfangs unmarkierten Weg führt der 1983 errichtete Jubiläumssteig vom Waldbauer aufwärts bis zur hangquerenden Forststraße (Naturlehrpfad). Hier beginnt die grüne Markierung (Tafeln), die bald zu den ersten Versicherungen leitet. Rechts vor dem eigentlichen Einstieg befindet sich eine riesige am Fels aufgemalte rot-weiß-rote Fahne, das ist der sogenannte Republikstein. Als erstes über eine lange, fast senkrechte Leiter, der noch weitere kürzere folgen, anschließend über den mit einem Geländer und einer Kette zum Anhalten gesicherten oberen Teil zum Ausstieg.

Die lange Leiter am Jubiläumssteig
Die lange Leiter am Jubiläumssteig

 

Der Lohn für die Mühe - so schaut Flatz von oben aus
Der Lohn für die Mühe - so schaut Flatz von oben aus

Fürststeig A-

Der rot markierte Fürststeig wurde nach dem Obmann der alpinen Gesellschaft „D'Schwarzataler“ Raimund Fürst benannt, der den Steig Anfang des 19. Jahrhunderts errichten ließ. Er nimmt am unteren Hohlweg (blau/grün) seinen Ausgang, welcher zur Kranzstetten bzw. zum Naturfreundehaus führt. Dieser Steig verläuft - eine Forststraße querend und vorbei an einer Abzweigung zum Flatzer Loch (braune Infotafel) - über einige Holzstufen (mit Kette zum Anhalten) zum unteren der beiden Schiebbogen. Hier zweigt nach links durch den oberen Schiebbogen ein mit blauen Punkten markierter Steig ab, das ist der Lochsteig. Der Fürststeig führt hingegen mit unschwierigen Versicherungen (nochmals Kettengeländer) in einen laubgefüllten Graben, in welchem man zur Hochfläche aufsteigt.

Am Fürststeig - im Hintergrund der untere Schiebbogen
Am Fürststeig - im Hintergrund der untere Schiebbogen
Der unschwierige obere Teil vom Fürststeig
Der unschwierige obere Teil vom Fürststeig

Ternitzer Steig 0+

Ternitzer Steig und Lochsteig werden oft miteinander verwechselt, da sie sehr nahe beieinander liegen und sich mehrmals kreuzen. Außerdem sind sie teilweise schlecht markiert und beschildert (falsche und irreführende Wegweiser) und die Markierungsfarben und Wegführung wurde im Laufe der Zeit mehrmals geändert.

Der Ternitzer Steig (gelb markiert) beginnt wie der Fürststeig am unteren Hohlweg (Tafel) und führt hinauf, eine Forststraße querend, bis zu einem Felsen mit der Aufschrift „Zum Flatzer Loch“. Hier nicht in Pfeilrichtung, sondern rechts weiter einige Meter durch eine erdige Rinne zu einer kleinen Scharte beim Lochsteigloch (Kreuzung mit dem Lochsteig, Tafel mit falschen Steigbezeichnungen). Weiter ansteigend über eine laubige Rinne bis zur Einmündung der undeutlichen Spuren des Lochsteiges. Nun über eine etwas felsigere, schluchtartige Rinne zum Ausstieg.

Steile Rinne
Steile Rinne
Ausstieg von Ternitzer Steig und Lochsteig
Ausstieg von Ternitzer Steig und Lochsteig

Lochsteig A/B, 1-

Unterer Teil

Dieser Steig nimmt bei den Schiebbögen seinen Ausgang (Aufschrift: „Flatzerl.“) und ist mit blauen Punkten markiert. Nach dem Durchstieg durch den oberen Schiebbogen folgt man kurz einem schmalen, leicht absteigenden Steiglein, bis eine etwa 3 m hohe Wandstelle mit Griffstifthilfe abgeklettert werden muss und das Lochsteigloch erreicht wird. Nun die rutschige, aber ungefährliche Rinne ein paar Meter absteigen und über eine Scharte drüber zur Kreuzung mit dem Ternitzersteig (Tafel mit falschen Steigbezeichnungen). Dort nicht der gelben Markierung (Ternitzersteig) folgen, sondern geradeaus auf der anderen Seite der Scharte nochmals absteigen, der blauen Punktmarkierung weiterhin folgend, zu einer kleinen Lichtung. Hier beginnen die ersten Versicherungen. Unmittelbar vor den ersten Klammern vereinigt sich der Steig mit dem weiter unten verlaufenden bequemen Verbindungsweg.

 

Unschwieriger Umgehungsweg des unteren Teils

Der bisher beschriebene Weg lässt sich auch abkürzen, etwa wenn man auf schnellstem Wege zum Flatzer Loch möchte. Einige Meter nach der Kreuzung vom Fürststeig mit der Forststraße zweigt von diesem ein Verbindungsweg zum Ternitzersteig ab (gleich vor den ersten Holzstufen des Fürststeiges, wo sich eine große braune Tafel „Das Flatzer Loch“ befindet). Entlang des Steiges geht es bis zu einem Felsen mit der Aufschrift „Zum Flatzer Loch“ (Kreuzung mit dem Ternitzersteig). Hier links, und in Kürze ist die Lichtung mit den Versicherungen erreicht.

 

Oberer Teil

Von der Lichtung geht es über Tritte und Klammern, dann rechts steil hinauf einige Meter über Metallstifte und Ringe (A/B) zur Gemauerten Lucke (Flatzer Loch). Im Jahre 1983 - genau 300 Jahre nach dem Türkeneinfall - wurde diese Steiganlage zur Gemauerten Lucke errichtet. Anschließend verlässt man die Höle wieder durch einen zweiten weitaus kleineren zweiten Ausgang. Unterhalb einer schönen Felswand, vorbei am unscheinbaren Portal des Fuchsloches, quert man über undeutliche Steigspuren zu einem laubigen Schrofenhang, den es zu erklimmen gilt. Schließlich führt die spärliche blaue Markierung rechtshaltend zum gelb markierten Ternitzersteig, auf dessen letzten Metern gemeinsam mit diesem die Hochfläche erreicht wird. 

Felsiger Abstieg kurz vor dem Lochsteigloch
Felsiger Abstieg kurz vor dem Lochsteigloch
Nach der Klampfenreihe geht es rechts hinauf über Trittstifte und Ringe zum Flatzer Loch
Nach der Klampfenreihe geht es rechts hinauf über Trittstifte und Ringe zum Flatzer Loch

E60 C, 1-

Der E60 ist der schwierigste versicherte Steig der Flatzer Wand. Er wurde zum 60. Geburtstag vom Eigner Franzi (Obmann der Naturfreunde Neunkirchen) errichtet. Der Zustieg erfolgt über die grün-blau markierte Forststraße, bis nach einer Doppelkehre ein Steiglein zu den etwas oberhalb gelegenen Felsen abzweigt. Nach der feucht-erdigen Einstiegswand (B/C) geht es über ein flacheres Stück zur Schlüsselstelle (C) in einer niedrigen Wand. Nach einem kurzen Stück im Gehgelände beginnt der zweite Abschnitt, dessen Schlüsselstelle die Reibungsplatte (C) ist, ein glatter Fels ohne Tritte. Wenn man diese geschafft hat, folgt kurz darauf eine Nische, wo sich das Steigbuch befindet und anschließend schon der Ausstieg. Von hier ist es nicht mehr weit zum Naturfreundehaus.

Willi-Gottwald-Steig 0

Vom Waldbauer (Parkplatz) führt die blaue Markierung vom Willi-Gottwald-Steig zuerst gemeinsam mit der grünen auf einem Hohlweg, bis eine Forststraße erreicht wird. Nach einer Doppelkehre zweigt dann bei einem Bankerl der Gottwald-Steig nach rechts ab (Tafel) und führt direkt hinauf zum Naturfreundehaus, so spart man sich die Kehre über die Kranzstetten.

 

Über die Kranzstetten 0

Vom Waldbauer geht es den o. e. unteren Hohlweg und die Forststraße (anfangs blau/grün, nachher grün markiert) entlang, bis der Kranzstettensattel erreicht wird. Dort zweigen links Wege Richtung Gösing und Stixenstein/Schrattenbach ab. Zum Naturfreundehaus auf der Flatzer Wand, welches in Kürze erreicht wird, führt hingegen der rechte, weiterhin grün bezeichnete Weg.

Am Kranzstettensattel (Flatzer Anger)
Am Kranzstettensattel (Flatzer Anger)

Unversicherte Steige

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden erstmals Routen wie der Schwarzathaler Steig, Gregerlsteig und Sechsdirndlsteig geklettert. In den 1980er-Jahren wurde der Großteil der Wand klettertechnisch erschlossen (Maxsteig, Eichengrat, Nervtöter, ...), Anfang unseres Jahrtausends folgten weitere brillante Routen (Windbacher Gedächtnisweg, Sweet Thing, Buberl-Partie, ...).

 

Heutzutage teilweise seltener begangene Klassiker sind:

  • Sonnwendsteinersteig 2+
  • Doppelsteig 2-
  • Flatzertalersteig 5-
  • Wienersteig 3-
  • Nikl-Steig 2
  • Andreassteig 4+
  • Sechsdirndlsteig 3
  • Naturfreundesteig 5+
  • Schwarzatalersteig 4
  • Sepplkamin 4
  • Westkante 6-
  • Dülferriss 6
  • Eichengrat 3

Eine Auswahl der beliebtesten der über 200 Sportkletterrouten:

  • Armer Sünder 6+
  • Windbacher Gedächtnisweg 5+
  • Lucky Luke 6+
  • Müslimann 7
  • HF-Riss 7+
  • Rumpelstilzchen 6+
  • Sunshine 6
  • Sweet thing 9-
  • Summer's almost gone 9
  • Internationale Härte 8+
Tafel mit einigen unversicherten Steigen
Tafel mit einigen unversicherten Steigen

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